Ob ehemalige Entwicklungshelfer von ihren Erfahrungen in einem Land des Südens berichten, ausländische Studierende einer Grundschulklasse Kinderspiele aus ihrem Heimatland vorstellen oder Mitarbeiter einer entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisation ihr aktuelles Projekt gegen Landmineneinsatz präsentieren: Bildungsarbeit profitiert durch den Einsatz von Referenten in großen Maße.
Die Zusammenarbeit insbesondere von Schulen mit außerschulischen Bildungspartnern ist dabei gar nicht hoch genug zu bewerten. Zum einen aus einer praktischen Notwendigkeit heraus: bei der Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele des Globalen Lernens sind Lehrerinnen und Lehrer heute noch weitgehend auf Eigeninitiative und kostenlose Unterstützung durch Referenten aus entwicklungspolitischen Gruppen angewiesen. Dies solange, bis Globales Lernen wegen seiner wachsenden Bedeutung künftig in stärkerem Maße in die Aus- und Fortbildung von Lehrern und Erziehern integriert wird.
Die folgenden Organisationen und Institutionen vermitteln bundesweit Referenten für den Einsatz in Schule und außerschulischer Bildungsarbeit.
Bildung trifft Entwicklung - Globalisierung zum Anfassen
Das Programm "Bildung trifft Entwicklung", kurz BtE, engagiert sich für ein Lernen, das Brücken zwischen globalen Zusammenhängen und den Lebenswelten der Lernenden schlägt. Fragen globaler Entwicklung, die zunächst weit entfernt erscheinen, werden anhand praktischer Erfahrungen anschaulich und begreifbar gemacht. BtE ermutigt Menschen jeden Alters, sich offen und achtsam auf die Welt einzulassen, kritisch nachzufragen und sich für soziale Gerechtigkeit und zukunftsfähige Problemlösungen im Kleinen wie im Großen einzusetzen. Das Programm vermittelt Referentinnen und Referenten an Kindergärten, Schulen, Hochschulen und andere Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung. Zum Kreis der Referierenden gehören aus dem Ausland zurückgekehrte Entwicklungshelfer und -helferinnen, weitere Fach- und Nachwuchskräfte aus der Entwicklungszusammenarbeit und Personen aus den Partnerländern. BtE unterstützt zudem die Gestaltung von Projekttagen oder Aktionen und bietet thematische Fortbildungen für Lehrende, Erziehende und andere Interessierte. Die folgendem Links führen zu den Infoseiten zu "Bildung trifft Entwicklung".
Das Schulprogramm Berlin vermittelt zurückgekehrte Fach- und Nachwuchskräfte aus der Entwicklungszusammenarbeit und Menschen aus afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern, die als Referentinnen und Referenten ihre konkreten Erfahrungen und ihr Wissen weitertragen. Mit vielfältigen Methoden und Anschauungsmaterialien machen sie globale Zusammenhänge erfahrbar. Dieses Programm ist Teil des Angebots von BtE - Bildung trifft Entwicklung. Seit 1985 besteht eine enge Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, die eine Lehrerin zur Leitung der Bildungsstelle abgeordnet hat. Für die Veranstaltungen stehen in Berlin-Charlottenburg gut ausgestattete Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Referentinnen und Referenten kommen aber auch in entsprechende Schulen oder andere Einrichtungen. Die Veranstaltungen orientieren sich an den Lebenswelten der Teilnehmenden und zeigen auf, wie diese auf vielen verschiedenen Ebenen mit anderen Regionen der Welt in Verbindung stehen. Neben der Vermittlung von Referentinnen und Referenten führt das Schulprogramm Fortbildungen von Lehrkräften zu globalen Themen durch und stellt didaktische Materialien zur Verfügung. Die Angebote sind in der Regel kostenlos.
Referent/-innenpool der Karl Kübel Stiftung
Die Karl Kübel Stiftung (KKS) hat seit 2008 im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts mehr als 50 junge Menschen zu einem Einsatz nach Indien entsendet. Diese Rückkehrer/-innen stehen Schulen oder Gemeinden zur Verfügung, um ihr Know-How bei Themen wie soziale Gerechtigkeit, Arm und Reich, Entwicklungszusammenarbeit, kulturelle und religiöse Vielfalt einzubringen. Mit Präsentationen, Filmen, persönlichen Schilderungen und in Gesprächen lassen die Freiwilligen ihre Zeit in Indien beeindruckend lebendig werden und öffnen so den Blick für das Leben in diesem Land. Wer Interesse an einem solchen Angebot hat, kann sich gerne von Mitarbeiter/-innen der KKS beraten lassen. Gemeinsam mit den Rückkehrer/-innen werden dann auf die Bedarfe abgestimmte Referent/-inneneinsätze geplant. Weitere Infos und Kontakt: Kirsten Sames (k.sames(at)kkstiftung.de) oder Renate Tietz (r.tietz(at)kkstiftung.de).